
Der FC Memmingen ist am Wochenende in der Fußball-Bayernliga Süd spielfrei und kann beobachten, was die Konkurrenz im Meisterschafts- und Aufstiegskampf macht. Während der SV Erlbach in Nördlingen und der FC Pipinsried gegen Schlusslicht Rain lösbare Aufgaben haben, treffen aus der Spitzengruppe der SV Schalding-Heinig mit Spitzenreiter TSV 1860 München und der FC Deisenhofen mit dem TSV Kottern vier Mannschaften direkt aufeinander. Pipinsried – mit drei Spielen im Rückstand – gilt nach wie vor als heißester Aufstiegsanwärter, bekommt es im Saison-Endspurt aber auch noch vier Gegnern aus den Top-Sieben zu tun. Im Ranking zählt in der Schlusstabelle übrigens bei Punktgleichheit nicht das Torverhältnis, sondern der direkte Vergleich.
Die Zweitvertretung der Sechziger spielt zwar in der Aufstiegsfrage keine Rolle, die Meisterschaft wäre aber natürlich ein toller Erfolg. In diesem Fall hätte der Tabellenzweite das sportliche Aufstiegsrecht in die Regionalliga, der Dritte würde in die Aufstiegs-Relegation gehen. Aber wer von den möglichen Kandidaten würde vom Aufstiegsrecht tatsächlich Gebrauch machen, nachdem in der vergangenen Saison bis auf den TSV Schwaben Augsburg alle anderen am Ende abgewunken haben?
TSV 1860 München II (1./50 Punkte/25 Spiele): Weil die Profis in der 3. Liga spielen, bleibt der zweiten Mannschaft der Löwen aufgrund der Statuen der Sprung in die Regionalliga verwehrt.
SV Erlbach (2./47/25): Vor einem Jahr hat der amtierende Meister den Regionalliga-Aufstieg noch nicht gewagt. Seitdem wurde im Stadion nachgebessert, ein abgegrenzter Gästebereich müsste noch geschaffen werden, Flutlicht ist vorhanden. Die Bewerbungsunterlagen wurden vorsorglich beim Bayerischen Fußballverband eingereicht. Nach dem Spiel gegen Schalding am 11. April soll final entschieden werden, ob ein möglicher Aufstieg auch wirklich wahrgenommen würde.
FC Memmingen (3./47(26): Der FC Memmingen stellt den Lizenzantrag, erfüllt – wie schon in den Jahren der Regionalliga-Zugehörigkeit – auch die infrastrukturellen Voraussetzungen samt Flutlicht. Auch im Aufstiegsfall würde wohl der eingeschlagene sportliche und finanzielle Weg, ausschließlich auf Spieler der Region und eigenen Nachwuchs zu setzen, konsequent weiterverfolgt.
SV Schalding-Heining (4./42/25): Auch die Passauer Vorstädter kennen die Regionalliga und würden gerne zurückkehren. Das geforderte Flutlicht gibt es im Passauer Westen zwar noch nicht, aber für ein Jahr kann eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden.
FC Pipinsried (5./42/23): Die Zielsetzung im Dachauer Land lautet klar Richtung Wiederaufstieg, was auch die personelle Besetzung der Mannschaft unterstreicht. Der FCP hat bereits in der vierten Liga gespielt und erfüllte bislang – bis auf das fehlende Flutlicht – die Vorgaben des Verbandes in Sachen Stadion.
FC Deisenhofen (6./42/26): Vor einem Jahr hat der Verein trotz beantragter Zulassung am Ende noch abgewunken, weil nach Clubangaben zusätzlich zu bereits umgesetzten Verbesserungen noch einmal weitere 300.000 Euro investiert und die Baumaßnahmen in kurzer Zeit umgesetzt hätten werden müssen. Wie die Marschroute heuer in Deisenhofen aussieht, wurde bislang nicht bekannt.
TSV Kottern (7./41/25): Beim Allgäuer Derby war TSV-Trainer Martin Dausch kürzlich keine klare Aussage zu entlocken, ob der Verein den Aufstieg wahrnehmen würde: „Mit der Infrastruktur müsste bei uns einiges gemacht werden. Ich weiß nicht, ob die Vereinsspitze hier Geld in die Hand nehmen würde“. Die Abt-Arena in Kempten St. Mang müssten jedenfalls in einigen Bereichen nachjustiert werden, einen abgegrenzten Gästebereich und Flutlicht gibt es nicht.
In der Bayernliga Nord sieht es so aus, dass die führenden Teams des VfB Eichstätt, FC Ingolstadt II, SC Eltersdorf und ATSV Erlangen einen Aufstieg wahrnehmen würden.
Für den FC Memmingen stehen nach dem spielfreien Wochenende noch sechs Begegnungen an. Zuletzt gab Trainer Matthias Günes seinem Kader einige Tage frei. Die angeschlagenen Spieler sollten die Zeit zur Regeneration nutzen. Günes hat Hoffnung, dass sich zumindest Kevin Lochbrunner, Pascal Maier (im Bild), Matthias Moser und Nico Nollenberger bis zum Heimspiel am 11. April gegen den FC Deisenhofen zurückmelden können. Bei Felix Schwarzholz sieht es nicht so aus. Für Kutay Yel und Ruvejd Perovic ist mit ihren Verletzungen diese Spielzeit gelaufen.
Reservisten und Rekonvaleszenten, wie Dominik Ceko, Oktay Leyla und Timo Schmidt, könnten in der U21 am Samstag gegen im Landesliga-Spiel den TSV Wertingen auflaufen. Sie hielten sich fit. Bayernliga-Stammkräfte dürfen hier nicht eingesetzt werden.
Das Restprogramm des FC Memmingen:
Freitag, 11. April, 19 Uhr: FC Deisenhofen (H)
Samstag, 19. April, 15.30 Uhr: TSV Nördlingen (A)
Freitag, 25. April, 19 Uhr: SV Schalding-Heining (H)
Samstag, 3. Mai, 18 Uhr: 1. FC Sonthofen (A)
Freitag, 9. Mai, 19 Uhr: SpVgg Unterhaching II (H)
Samstag, 17. Mai, 14 Uhr: Türkspor Augsburg (A)
(H = Heimspiel, A = Auswärtsspiel)
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Fotos (C) Hannah Brenner, Siegfried Rebhan, Olaf Schulze