Pikantes Duell der Gegensätze

Fuerth H04 Coban 300Ein Duell der Extreme erwartet den FC Memmingen am heutigen Samstag in der Fußball-Regionalliga: Die Allgäuer treten am vorletzten Spieltag der Saison beim Lokalrivalen FV Illertissen zum Derby an. Und während der FCM seit inzwischen sieben Partien sieglos ist und sich eine Top-Platzierung nach einer eigentlich starken Runde im Schlussspurt noch zu verbauen droht, kam der FVI nach schwachem Start erst Mitte der Spielzeit in Fahrt. Das Resultat: Memmingen rutschte aus der Spitzengruppe (kurzzeitig gar Zweiter) auf den momentanen siebten Rang ab (derzeit 45 Punkte) – Illertissen, das zwischenzeitlich auf Abstiegsplatz 17 rangierte, kletterte auf Platz acht (44 Zähler). Ab 14 Uhr treffen die beiden heute im Illertissener Stadion also als Tabellennachbarn aufeinander. Dann geht es für die Maustädter nicht nur darum, endlich die Negativserie zu beenden und sich wieder nach oben zu orientieren. Es entscheidet sich auch, wer bester schwäbischer Amateurklub wird – und damit hinter Bundesligist FC Augsburg Nummer zwei im Bezirk. Pikant: Es gibt dann ein Wiedersehen mit zahlreichen Ex-Memmingern: Philipp Wujewitsch, Tim Buchmann und Burak Coban (rechts im Bild) spielen inzwischen für den Kontrahenten. Alle drei heuerten vor der laufenden Spielzeit beim FVI an. Wujewitsch kam nach einer Zwischenstation in Aue, Buchmann und Coban nahmen den direkten Weg vom FCM zum Rivalen. Insbesondere Cobans Wechsel sorgte für Aufsehen. Er wurde mitten im Memminger Abstiegskampf der Vorsaison publik – und dabei hatte Coban wohl schon für eine Verlängerung im Allgäu zugesagt. Nach eigenen Angaben war Coban deshalb teils wüst beschimpft worden. „Ich musste mit viel anhören deswegen – unter anderem unschöne Sachen über soziale Medien“, sagte er damals. Im entscheidenden Relegationsspiel der Allgäuer gegen Rain am Lech traf der flinke Offensivmann dann aber, trug so wesentlich zum Klassenerhalt des Teams bei und brachte seine Kritiker zum Schweigen. Nach dem Schlusspfiff der Partie wurde er emotional: „Ich habe immer gesagt, dass ich trotzdem alles für den Verein gebe – das habe ich jetzt bewiesen. Memmingen gehört in die Regionalliga.“ Und auch bei seinem neuen Klub überzeugt der Techniker: Elf Treffer und fünf Vorlagen stehen für ihn bereits zu Buche. Damit ist er Illertissens zweitproduktivster Angreifer und maßgeblich am jüngsten Aufschwung beteiligt. Nicht mehr mit dabei ist auf Illertissener Seite der ehemalige FCM-Trainer Stefan Anderl, der bereits kurz nach Saisonstart von Marco Küntzel abgelöst wurde. Unter Küntzels Regie erlebte der FVI aber auch ein Debakel: In Memmingen kam der Klub im ersten Aufeinandertreffen in dieser Spielzeit im Oktober vergangenen Jahres mit 2:6 unter die Räder. Auf Seite der Allgäuer stach damals Stürmer Fatjon Celani heraus, der einen Dreierpack schnürte, bei Illertissen sah ausgerechnet Wujewitsch die Gelb-Rote Karte. Die Klatsche war rückblickend gesehen so etwas wie die Initialzündung für Illerrtissen: Das Team rutschte zwar auf Rang 17 ab, holte in den folgenden elf Partien aber sieben Siege sowie zwei Unentschieden und schwang sich damit zwischenzeitlich sogar auf Platz sieben – die Saison scheint gerettet. Für Memmingen gilt es indes, die Spielzeit versöhnlich zu Ende zu bringen. Spätestens das enttäuschende 1:1 jüngst im Heimspiel gegen Schlusslicht Pipinsried sorgte bei Fans und Verantwortlichen für großen Unmut. Die ideenlose, schwache Vorstellung des FCM brachte Trainer Stephan Baierl zur Weißglut: „Dieses Mal bin ich richtig sauer, ich trete ihnen richtig in den Arsch“, kündigte er an.

(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 11.05.19 - Archivfoto: Olaf Schulze)

 

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