Markige Trainer-Worte: Dieses Mal bin ich richtig sauer

Pipinsried H02 Heger Baierl 300Viele Tribünengäste hatten es befürchtet – in der Nachspielzeit wurde es bittere Realität. Der Fußball-Regionalligist FC Memmingen verspielte zuhause gegen das Schlusslicht FC Pipinsried erneut einen Sieg und kassierte spät den 1: 1-Ausgleich: Oliver Wargalla traf kurz nach Ablauf der regulären Spielzeit (90.+1 Minute) mitten ins Herz der Memminger. Unter Pfiffen verschwand die Heimelf in der Kabine, Verbitterung und Enttäuschung waren ihr anzumerken. Stephan Baierl, zum Saisonende scheidender Trainer der Allgäuer, sprach aus, was wohl viele an diesem Abend dachten: „Dieses Mal bin ich richtig sauer. Wenn wir dieses Spiel nicht gewinnen, welches denn dann?“

Es war bereits das siebte Spiel in Serie, in dem sein Team sieglos blieb (vier Niederlagen, drei Remis). In der Tabelle rutschte der FCM damit auf Rang sieben ab. Dabei hatte Memmingen vor 617 Zuschauern gegen die Oberbayern den besseren Start erwischt, war das aktivere Team und setzte die Gäste unter Druck. Diese konnten sich oft nur mit Fouls helfen. So auch nach 18 Minuten: Furkan Kircicek flankte von rechts zu Natsuhiko Watanabe. Dieser wurde am Elfmeterpunkt zu Fall gebracht, doch ein Strafstoß-Pfiff blieb aus. Wenig später legte der FCM dann dennoch vor. Erneut ging die Aktion von den beiden umtriebigsten Memmingern aus: Watanabe passte an der Strafraumgrenze zu Kircicek, der technisch stark zwei Gegenspieler stehen ließ und überlegt ins lange Eck einschoss – 1: 0 (20.).

Drei weitere vielversprechende Angriffe brachten die Allgäuer in der Folge nicht im Tor unter. Erst nach einer knappen halben Stunde beruhigte sich die zuvor hektische Partie. Pipinsried spielte nun weniger aggressiv, stand tief, überließ dem FCM den Ball und wartete auf Fehler. Eine Freistoß-Hereingabe von rechts zirkelte Ex-Memminger Amar Cekic stark in die Gefahrenzone, doch drei Gäste-Spieler rauschten am Ball vorbei. Das Spiel flachte immer weiter ab, Pipinsried lauerte, hatte aber keine nennenswerte Chance. Ideenlose Gastgeber schoben sich indes in der eigenen Hälfte den Ball hin und her. Bis zur Pause blieb es beim 1: 0.

Nach dem Seitenwechsel bot sich den Tribünengästen ein ähnliches Bild. Memmingen hatte den Ball, machte aber wenig daraus, weil wichtige Pässe oft nicht an den Mann kamen oder die Abschlüsse der Hausherren zu schwach waren: So scheiterten etwa Fatjon Celani (55.) und Michael Heilig (56.) aus aussichtsreicher Position. Pipinsried setzte nun immer wieder Nadelstiche: Nach einer Stunde tauchte Stürmer Philipp Schmidt gefährlich im FCM-Strafraum aus, vergab aber. Kurz darauf klärte Heilig eine scharfe Hereingabe im letzten Moment (64.). In der 73. Minute rettete nur der Außenpfosten für die geschlagene Memminger Abwehr. Schmidt hatte nach einem Steilpass zu genau gezielt.

Memmingen verlegte sich nun aufs Kontern, spielte die sich bietenden Möglichkeiten aber nicht konsequent aus: Allein der glücklose Celani vergab vier weitere Top-Möglichkeiten (73., 76., 79. und 82.), Heilig stand bei einem gefährlichen Kopfball im Abseits (80.) und der eingewechselte Dennis Hoffmann scheiterte mit einem Fernschuss-Hammer (82.) sowie aus kurzer Distanz (88.). Es kam, wie es kommen musste: Wargalla bestrafte die Heimelf für eine insgesamt erschreckend schwache Leistung.

„Natürlich bin ich unzufrieden, wir scheinen die Seuche am Fuß zu haben“, sagte Baierl später. Selbstverständlich sei er für die Ergebnisse verantwortlich, „aber irgendwie bin ich zur Zeit auch machtlos – ich bringe das nicht raus. Vielleicht sind wir zur Zeit einfach nicht besser.“ Sein Gegenüber, Pipinsrieds Spielertrainer Fabian Hürzeler, sah den Punktgewinn seines Teams glücklich, aber nicht unverdient. Die Partie habe sich „auf dem Platz intensiv angefühlt. Wir haben fußballerisch nicht überzeugt, aber leidenschaftlich gekämpft.“ Baierl kündigte indes Konsequenzen an: „Ich werde jedem in den Arsch treten, jetzt lernen sie mich richtig kennen. Keiner geht ohne Muskelkater nach Hause.“

FC Memmingen: Gruber - Boyer, Schmeiser, Jokic, Kücük - Kircicek, Heger, Watanabe (71. Helmbrecht) - Rietzler, (60. Hoffmann), Heilig - Celani (84. Skrijlj). -  - Trainer: Baierl.

FC Pipinsried: Reichlmayr - Nsimba (90. + 1 Achatz), Knothe, Grassow, Schuster - Kelmendi (74. Sütlü), Hürzeler - Cekic, Schmidt, Süß (63. Morou) - Wargalla. -  Trainer: Hürzeler.

Tore: 1:0 (20.) Kircicek, 1:1 (90.) Wargalla. - Schiedsrichter: Beretic (Friedberg). - Gelbe Karten: - / Kelmendi. - Zuschauer: 617.

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(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 06.05.19 - Foto: Olaf Schulze)

 

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