Rochelts Rückkehr: Ex-Kollegen ohne Chance

Bayern II H03 Lutz Rochelt 300In einem waren sich alle einig: Die 0: 3 (0: 2)-Niederlage des Fußball-Regionalligisten FC Memmingen vor eigenem Publikum gegen den FC Bayern München II war auch in der Höhe mehr als verdient. Die Allgäuer erspielten sich über die gesamte Partie hinweg nicht eine einzige wirkliche Torchance und hatten auch noch Glück, dass sich der Tabellenführer im Auslassen bester Gelegenheiten geradezu überschlug. „Wir haben nie Zugriff bekommen – dann ist es klar, dass uns Bayern herspielt. Das war richtig stark“, resümierte etwa FCM-Verteidiger Fabian Lutz (links im Bild). Für die längst gesicherten Maustädter, die trotz der Schlappe auf Rang sechs blieben, war es bereits die vierte Niederlage in Serie. Viele der knapp 3000 Zuschauer stellten sich aber vor allem eine Frage: Wie schlägt sich Rückkehrer Jannik Rochelt (Bildmitte)?

Der 20-jährige Westallgäuer war im Winter nach sechs Jahren vom FCM in die zweite Mannschaft des Rekordmeisters gewechselt (wir berichteten) , und hat sich auch dort auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft. Auch bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte stand er in der Startelf und zeigte eine gute Leistung. Von seinem neuen Coach Holger Seitz gab es Lob: „Das war ein besonderes Spiel für ihn. Er lobt den FCM immer in den höchsten Tönen und ist mit vielen Memmingern eng befreundet. Jetzt kommt er zurück, vor so einer großen Kulisse, die Gegenspieler kennen ihn, Familie und Freunde sind da – das ist nicht einfach. Wenn man das mit einbezieht, hat er es heute mehr als ordentlich gemacht.“

Rochelt und seine Kollegen stellten die Allgäuer immer wieder vor immense Probleme. Schon nach drei Minuten zwang Derrick Köhn mit seinem Freistoß FCM-Schlussmann Martin Gruber zu einer Glanzparade. Wenig später drosch Gäste-Kapitän Nicolas Feldhahn den Ball aus rund 25 Metern an die Latte (10. Minute). Anschließend kam die Heimelf etwas besser ins Spiel, konnte sich einige Male befreien und durch das Mittelfeld kombinieren. Der harmlose Torschuss von Flügelstürmer Natsuhiko Watanabe (13.) blieb allerdings der einzige der Memminger im ersten Durchgang.

Mitten in die beste FCM-Phase hinein, schnürte Gäste-Stürmer Kwasi Wriedt dann aber einen Doppelpack. Erst überraschten die Landeshauptstädter die Hausherren mit einem schnell ausgeführten Freistoß: Wriedt tauchte frei im Strafraum auf und verwandelte (23.). Nur knapp eine Minute später wurde er im Fünf-Meter-Raum nicht gestört und schob mit der Hacke zum 2: 0 ein – seine Saisontreffer 21 und 22. Dabei blieb es bis zur Pause, auch weil Schiedsrichter Christopher Schwarzmann ein Foul an FCM-Angreifer Fatjon Celani im Strafraum als Schwalbe wertete.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Maxime Awoudja nach einer Ecke per Kopfball auf 3: 0 für die Bundesliga-Reserve (50.). Sonst glich der zweite Durchgang dem ersten: Nach vorne brachte der Gastgeber nur einen einzigen, aber ungefährlichen, Torschuss zustande (Furkan Kircicek in der Nachspielzeit), in der Defensive hatten die Allgäuer mehrmals Glück, nicht höher in Rückstand zu geraten. Ein Rochelt-Schuss wurde von Wriedt geblockt (51.), viermal verfehlte Wriedt knapp (56., 67., 75. und 81.) und zwei weitere Male traf der ghanaische Nationalspieler, doch seine Treffer zählten wegen Abseits nicht (58. und 85.).

FCM-Trainer Stephan Baierl zollte dem Gegner Respekt, haderte aber auch mit seinen Schützlingen: „Wenn Bayern ernst macht, sind sie kaum zu schlagen. Wir waren total unterlegen. In den verbleibenden vier Spielen müssen wir noch einmal die Kurve kriegen. Ich lasse nicht zu, dass man es hier einfach so auslaufen lässt, nur weil wir den Klassenerhalt schon sicher haben.“

Lutz wirkte nach dem Schlusspfiff ernüchtert: „Es war genau wie im Hinspiel (0: 2, d. Red. ). Wir haben uns vorgenommen, mutig zu sein, aber Bayern lässt das nicht zu. Wir hatten keine Chance.“ Es sei „ungewohnt und schwierig“ gewesen, gegen Rochelt zu verteidigen: „Er kann super Fußball spielen, sonst wäre er jetzt nicht bei Bayern.“ Rochelt selbst sprach von einer souveränen Leistung seines neuen Teams und fügte an: „Es war richtig cool, wieder hier in der Arena zu spielen und alle wiederzusehen. Ich habe das genossen.“

Den endgültigen Sprung in den Profifußball traut FCB-Coach Seitz seinem neuen Schützling „hundertprozentig zu. Er ist jung, technisch stark, selbstbewusst und aufmerksam. Er will lernen und wird seinen Weg gehen.“

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(Foto: Olaf Schulze)

 

 

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