Seine Paraden sind ein Klick-Hit

Gruber Martin 300„Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Martin Gruber vom Fußball-Regionalligisten FC Memmingen. Der Torhüter meint das Sonderlob des Schweinfurter Trainers Timo Wenzel, der ihm nach dem 1: 1 im jüngsten Heimspiel der Maustädter „absolute Weltklasse“ attestiert hatte (wir berichteten) . Gruber hatte mit zahlreichen starken Paraden maßgeblichen Anteil daran, dass der FCM (5. Platz/43 Punkte) einen Zähler holte. Ein Video seiner Glanztaten in dieser Partie machte jüngst im Internet die Runde – rund 170 000 Mal wurde es im sozialen Netzwerk Facebook bereits angeschaut. „Das freut mich natürlich sehr“, meint Gruber, schiebt aber gleich nach: „Im nächsten Spiel ist das nichts mehr wert.“

Am heutigen Samstag ab 14 Uhr treten die Allgäuer bei der Zweitliga-Reserve der SpVgg Greuther Fürth an. Gruber warnt: „Das wird nicht einfach, die brauchen noch Punkte.“ Die Mittelfranken belegen derzeit Rang elf (30 Punkte) und zeigten sich zuletzt gut in Form: Aus den zurückliegenden vier Partien gab es zwei Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage. „Aber wir haben auch einen ordentlichen Lauf“, betont Gruber. Nach der Winterpause ist Memmingen noch ungeschlagen (zwei Siege, zwei Remis). Der Torwart weiß: „Wie fast alle zweiten Mannschaften sind die Fürther schwer einzuschätzen, weil sie meistens mit unterschiedlichen Aufstellungen spielen. Und man weiß auch nie, ob Leute aus dem Profi-Kader aushelfen.“ Dennoch wolle Memmingen auch in Mittelfranken „auf Sieg spielen“, erklärt er selbstbewusst.

Schon in der D-Jugend schloss sich der Kicker aus Aichstetten dem FCM an. Im Männerbereich wechselte er für drei Jahre zum TSV Kottern, kehrte aber 2013 zurück. Dass es in Burgfarrnbach, wo das Spiel gegen Fürths Zweite ausgetragen wird, auch wieder auf seine Paraden ankommen wird, ist Gruber bewusst. Größer sei der Druck durch seine zuletzt starken Leistungen und das mediale Interesse aber nicht geworden: „Ich habe dieses Video gleich am ersten Tag gesehen – das ist ja ganz witzig. Aber ich mache mir da nicht so viele Gedanken.“ Vorteil für die Allgäuer könnte sein, dass Fürth II mit Daniel Adlung (Mittelfeld) ein langjähriger Profi nach einer Tätlichkeit gesperrt fehlen wird. Der 31-Jährige ist spielender Co-Trainer und Leitwolf der U23 der „Kleeblätter“. Andere Akteure, die zuletzt fehlten, kehren aber in den Kader zurück.

Das Ziel Memmingens, beste Amateurmannschaft der Liga zu werden, sieht Gruber indes in immer weitere Ferne rücken – weil die Konkurrenz keine Federn lässt. Der FCM müsste dafür den VfB Eichstätt auf Tabellenplatz zwei noch abfangen. Doch dieser hat inzwischen elf Punkte Vorsprung. Ganz egal, ob die Allgäuer am Ende ihr Ziel noch erreichen und dadurch im DFB-Pokal antreten dürfen: Die Memminger Fans können sich weiterhin auf Highlight-Videos ihres Publikumslieblings freuen. Kürzlich hat Gruber bis 2021 zugesagt – obwohl der Industrie-Mechaniker auch im Beruf voll eingespannt ist. „Ich habe jeden Tag volles Programm: Bei der Arbeit habe ich mindestens eine 40-Stunden-Woche, eher mehr. Nach Feierabend fahre ich oft direkt zum Training“, erzählt er. Der Aufwand sei riesig, aber es mache ihm viel Spaß. „Vor allem diese Saison“, betont er.

AKTUALISIERUNG 01.04.19: Mittlerweile ist das Gruber-Video bereits mehr als 900.000 Mal angeklickt worden!

(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 30.03.19 - Foto: Olaf Schulze)

 

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