Regionalliga: FC Memmingen - FC Schweinfurt 1.1 (0:1)

Schweinfurt H01 Gruber Schmeiser 300Kopfschüttelnd vergrub Stefan Maderer sein Gesicht in den Händen. Ungläubig sah der Flügelstürmer des 1. FC Schweinfurt 05 abwechselnd zu seinen Mitspielern und zu Martin Gruber (Bildmitte), dem Torhüter des FC Memmingen. Letzterer hatte soeben in der 84. Minute Maderers nahezu makellosen Schlenzer aus gut 16 Metern aufs lange Eck mit den Fingerspitzen noch zur Ecke geklärt. Letztlich endete das Top-Spiel der Fußball-Regionalliga zwischen den Allgäuern (5. Platz/43 Punkte) und den Unterfranken (3./45) am Freitagabend in der Memminger Arena 1: 1 (0: 1). Und Gruber hatte den wohl größten Anteil daran, dass der FCM vor über 1100 Zuschauern einen Punkt holte.

Denn Maderers Großchance kurz vor Schluss war sinnbildlich: Die FCS-Offensive scheiterte ein ums andere Mal am überragenden Schlussmann. Dafür verdiente sich dieser nach der Partie ein Sonderlob vom Gäste-Coach Timo Wenzel: „Gruber war heute absolute Weltklasse. Er hat das Spiel offen gehalten.“

Der 29-Jährige war von Beginn an hellwach – zunächst entschärfte er einen Konter (8. Minute), dann faustete er einen Freistoß-Hammer aus gut 30 Metern von Adam Jabiri über die Latte (14.). Bei der anschließenden Ecke war Gruber aber machtlos: Nicolas Görtler köpfte die 1: 0-Führung für die Franken. Schweinfurt hielt den Druck weiter hoch. Eine weitere Großchance von Görtler parierte Gruber glänzend, nach einer Ecke klärte Memmingens Nicholas Helmbrecht einen Jabiri-Schuss auf der Linie.

Der FCM tat sich schwer. Denn wann immer ein Allgäuer am Ball war, machte Schweinfurt innerhalb von Sekunden die Räume eng und setzte den Gastgebern so schon am eigenen Strafraum zu. Dennoch fielen bis zur Pause keine weiteren Treffer – zum einen, weil die Mau-städter ihre Konter nicht konzentriert zu Ende spielten, zum anderen, weil Gruber stets auf dem Posten war: Erst hielt er einen Nachschuss (28.), dann reagierte er bei einem Kopfball von Jabiri glänzend.

Nach der Pause kam Memmingen besser ins Spiel. Dennoch waren es wieder die Gäste, die die ersten guten Möglichkeiten hatten, doch Gruber vereitelte eine Chance von Görtler, war bei einem Distanzschuss zur Stelle (jeweils 49.) und fing den Ball in höchster Not vor dem bereitstehenden Jabiri ab (52.). Nach einem Einwurf für die Gäste ging es dann aber schnell: Die Allgäuer kamen an den Ball und Furkan Kircicek spielte Helmbrecht an, der überlegt zum 1: 1 einschob – der Ausgleich mit dem ersten guten Torabschluss (57.).

Nun übernahm die Heimelf das Kommando. Nach einer Ecke verpasste der FCM die Führung knapp (67.) und eine Flanke des eingewechselten Natsuhiko Watanabe konnte Helmbrecht aus spitzem Winkel nicht verwerten (73.). Immer wieder konterte Memmingen nach Ballgewinnen überfallartig und erspielte sich so ein Chancenplus. Doch es blieb beim 1: 1 – auch dank Grubers starken Parade gegen Maderer in der 84. Minute.

Heger: Da war mehr drin

„Wir wussten, dass wir ans Limit gehen müssen – ich musste noch nie so oft wegen Krämpfen wechseln“, resümierte FCM-Coach Stephan Baierl nach der Partie und ergänzte: „Schweinfurt hat unglaubliches Pressing gespielt, wir hatten Probleme. Aber in der zweiten Hälfte haben wir umgestellt und sind besser zurecht gekommen.“ Der Gegner habe wohl dem hohen Tempo des ersten Durchgangs Tribut zollen müssen. Seine Schützlinge hätten zwar auch noch in Führung gehen können, doch letztlich sei die Punkteteilung gerecht.

Auch Baierl betonte: „Wir müssen uns bei Martin Gruber bedanken.“ Diese Ansicht teilte FCM-Mittelfeldmann Stefan Heger: „Martin hat unglaublich gehalten, er hat brutale Bälle rausgeholt. Gerade auf der Linie ist er richtig stark.“ In dem „intensiven“ Spiel sei eventuell „sogar noch mehr drin gewesen. Aber es ist trotzdem ein super Start nach der Winterpause für uns – acht Punkte aus vier Spielen.“

FC Memmingen: Gruber - Boyer (79. Kücük), Schmeiser, Jokic. Lutz - Kircicek (68. Watanabe), Heilig, Heger, Helmbrecht - Schad (65. Hoffmann) - Celani. - Trainer: Baierl.

FC Schweinfurt 05: Eiban - Messingschlager, Kleineheismann, Billick, Lo Scrudato - Andermatt - Weiß, Maderer - Jelisic - Jabiri, Görtler (74. Pieper). - Trainer: Wenzel.

Tore: 0:1 (14.) Görtler, 1:1 (57.) Helmbrecht. - Schiedsrichter: Zacher (Nussdorf). - Gelbe Karten: Jokic, Celani / Andermatt, Jelisic, Messingschlager. - Zuschauer: 1.139.

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(Von Jan Mirco-Linse - Allgäuer Zeitung vom 25.03.19 - Foto: Olaf Schulze)

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