Helmbrecht: Ein Hauch von Champions-League

Auf Rosenheim H02 Kuecuek Helmbrecht 300einmal ging alles ganz schnell: Kurz vor Ablauf der Wechselfrist gab es in der Offensive des Fußball-Regionalligisten FC Memmingen noch Veränderungen. Während Jannik Rochelt (20) die Allgäuer verließ, stieß Nicholas Helmbrecht vom TSV 1860 München zu den Maustädtern. Und der 24-Jährige schlug voll ein: Nach drei Einsätzen stehen für ihn ein eigener Treffer sowie drei Vorlagen zu Buche. „Ich denke, dass ich noch wertvoller für die Mannschaft werden kann – ein paar Prozent fehlen bei mir noch, bis ich wieder komplett fit bin“, sagt er. Für den nächsten Gegner des FCM, den 1. FC Schweinfurt 05, dürfte sich das wie eine Drohung anhören. Am heutigen Freitag gastieren die Unterfranken in der Memminger Arena. Los geht es um 19.30 Uhr.

Mit einem Sieg könnten die Allgäuer, derzeit auf Tabellenplatz vier (42 Punkte), am FCS (Rang drei/44 Punkte) vorbeiziehen. Helmbrecht erwartet ein echtes Top-Spiel, ist sich aber sicher: „Das wird der erste Härtetest nach der Winterpause, da können wir sehen, wo wir wirklich stehen.“ Die Gäste haben ihre drei Partien nach der Winterpause allesamt mit 1: 0 gewonnen. „Schweinfurt ist ziemlich gut – aber wenn wir treffen, wird es schwer für sie. Ich denke, dass ihr Schwachpunkt in der Defensive liegt, das müssen wir nutzen. Sie haben zuletzt nur gegen offensiv eher schwache Teams gespielt“, glaubt Helmbrecht.

Beim Wechsel nach Memmingen sei alles „ziemlich flott“ gegangen. Dass er so kurzfristig noch den Weg ins Allgäu gefunden hat, sieht der Angreifer als Chance: „Ich hatte im letzten Jahr viel mit Verletzungen zu kämpfen. Hier bekomme ich jetzt wieder mehr Spielpraxis und kann sehen, wie mein Knie hält.“ Eventuell könne es anschließend wieder mit dem Sprung in den Profi-Fußball klappen. Doch was das angeht, habe er keinerlei Erwartungen: „Ich mache mir da überhaupt keinen Stress. Wenn es gesundheitlich gut geht und ein tolles Angebot kommt, überlege ich es mir vielleicht noch mal. Ich will einfach wieder auf dem Platz stehen, Spaß am Kicken haben – und das habe ich zur Zeit wieder.“ Helmbrecht klingt überzeugt, wenn er sagt: „Memmingen ist gerade genau der richtige Ort für mich.“ Sportlich laufe es mit sieben Punkten aus drei Spielen gut, das Team habe ihn „super aufgenommen“ und es gebe ein starkes Trainergespann.

Momentan fühlt sich der Edeltechniker beim FCM jedenfalls pudelwohl: „Klar, es ist vieles anders als bei den Löwen. Es gibt weniger Druck von außen. Die Kulisse, die Erwartungen – alles ist etwas kleiner. Aber wir geben trotzdem immer Vollgas, das gefällt mir.“ Auch seine Fitness verbessere sich stetig. Auf dem Weg zu alter Stärke komme ihm die im Vergleich zum Drittligisten etwas geringere Trainingsbelastung entgegen.
„Aber ich weiß, dass ich noch mehr tun kann, vor allem defensiv“, betont er. Gegen Schweinfurt will er den nächsten Schritt machen und dabei helfen, dass die Allgäuer die Punkte zuhause behalten. Nur so bleibe das Ziel in Reichweite: Beste Amateur-Mannschaft der Liga werden und so einen DFB-Pokal-Startplatz sichern. Er ist heiß auf die Partie: „Das wird ein Fight. Und Abendspiele unter Flutlicht – das fand ich schon immer geil. Vielleicht ist das bescheuert, weil man es überhaupt nicht vergleichen kann ... Aber ich finde, das hat ‘was von Champions League.“

(Von Jan-Mirco Linse - Allgäuer Zeitung vom 22.03.19 - Foto: Olaf Schulze)

 

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